Selten faszinieren Gedichte derart als Variationen von einfallsreicher und markanter anschaulicher, auch surrealer Sprache zu einem vielstufig angegangenen Thema: Das entgleitende Gelände, Fahrten und Wege und Bahn- und Vogelspuren, Flüchtiges als Element des Daseins, Bewegung, die vielerlei Perspektiven anzeigt. Natur und bildende Kunst, Kindheit, Ehe, Liebe und Todwissen -- all dies verquickt zum einen ausgeführten, immer neu vertieften Gedanken: "Fast unmerklich der Sog / der uns unter / die Erde zieht." Diese Zeilen aus dem Titelgedicht des für bekennende Existenzsicht wesentlichen Lyrikbandes weisen jene unsentimental eindringliche Sprache auf, die Trauer und Sinnenwachheit verbindet. Maler, Dichter, Musik und immer wieder Fahrtbilder stehen in innerem Bezug, der auch makabren Humor nicht ausspart. Lyrik "von heute" im seriösen Sinn!

(Inge Meidinger-Geise. Die Neue Bücherei. München. Heft 5, 428)

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