2. April

Am 2. April schrieb Leppin Henriette, seiner Verlobten, er lese am Abend. Es handelt sich dabei wohl um einen Auftritt Leppins, den auch A. Northey in seinem Artikel über die Prager Frauen-Zeitung bei der Beschreibung der verschiedenen Rubriken, die sie enthielt, erwähnt (S. 163-164). Die Rubrik „Der Sprechsalon" ließ Leserinnen und Leser zu Wort kommen, »zum Beispiel [...] in der hitzigen Debatte um eine Lesung Paul Leppins 1907, die angeblich für die jungen Mädchen ungeeignet war, die aber gerade deswegen in größerer Zahl erschienen waren.« Leppin merkte darüber am 5. April in seinen Zeilen an seine Verlobte an: »Ich schicke Dir hier ein paar Bilder und ein paar Rezensionen meiner Vorlesung. Es war erdrückend voll und viele Leute mußten umstehen, weil sie keinen Platz mehr fanden.«

In der Anmerkung zu seinen Ausführungen gibt A. Northey einen bibliographischen Hinweis: DZB 80, Nr. 95 (7.4.1907), PFZ, S. 108: Der Sprechsalon: Ein Protest gegen eine Vorlesung [Leserzuschrift: Protest gegen eine Vorlesung Paul Leppins von AL].

Paul Leppin schrieb hierzu seiner Verlobten am 12.4.: »Ich schicke Dir anbei noch zwei Zeitungsausschnitte. Das Referat des „Montagsblattes” über meine Vorlesung und den Entrüstungsschrei einer keuschen alten Dame in der „Bohemia”. Ich habe mich riesig über diesen Protest gefreut. Zeig ihn nur nicht der Mama, sonst kriegt sie Angst, daß ich Dein Mädchengemüth vergifte.« Und am 18. 4.: »Ich schließe diesem Briefe wieder eine Reihe von Polemiken bei, die in der „Bohemia” über meine moralischen Qualitäten ihre Fortsetzung fanden. Es ist typisch, daß die Weiber alle auf meiner Seite sind und nur ein alter Herr auf mich spuckt.« Am 26.4. schließlich: »Im Herbste werde ich vielleicht in München eine Vorlesung halten. Ich bin jetzt schrecklich berühmt. In Prag habe ich jetzt eine große Partei hinter mir und viele Leute lieben mich.«



5. November

Paul Leppin trägt im Deutschen Haus aus eigenen Werken vor. (Born, S. 24)