DIE GESCHICHTE
VON KALIF STORCH

nach einem Motiv von
Wilhelm Hauff
von Michael Oberer und
Klemens Renoldner
Deutsche Erstaufführung

Ein Familienstück ab 6 Jahren
Premiere: 22. November 2001
Großes Haus

Regie: Ariane Gaffron
Musik: Nina Wurman
Bühne: Carolin Mittler
Kostüme: Jan Meier

Eine heiße Mittagsstunde im Palast des Kalifen von Bagdad: Marschana, die wohlbeleibte Mutter des jungen Kalifen Nureddin, beendet soeben ihr ausladendes Mahl. Nervosität lässt sich, so denkt Marschana, mit üppigem Essen besiegen. Sie wartet seit Wochen ungeduldig darauf, dass ihr Sohn endlich eine Frau zur Kalifin wählt.
Der sportive junge Mann hat aber ganz andere Gelüste. Er möchte in einer Oase ein Schloss für schrille Partys bauen lassen, wilde Musik hören und wüst tanzen. Er will auf Abebe Bikila, dem schnellsten Kamel der Welt, durch die endlose Wüste rasen und rote Skorpione fangen. Schweren Herzens gibt er dem Drängen seiner Mutter endlich nach. Er verspricht ihr, dass er sich am nächsten Tag entscheiden wird. “Ich bin gerührt wie Feigenmus!” triumphiert Marschana und schluchzt vor Glück.
Abu Marabu, der weise Ratgeber im Palast, findet das Jugendgetue des unerfahrenen Kalifen lächerlich. “Du nennst dich zwar Beherrscher aller Gläubigen, aber du bist noch lange kein Kalif. Du musst die Welt einmal aus den Augen der Hilflosen und Kläglichen sehen. Erst dann darfst du über sie regieren.”
Abu Marabu übergibt dem Kalifen ein Zauberpulver, das ihm den “Weg des Herzens und der Weisheit” öffnen soll. In der Gebrauchsanweisung ist zu lesen: “Wer von diesem Pulver einmal schnupft, sich dreimal nach Osten verneigt und das Wort MUTABOR spricht, der kann sich in jedes Tier verwandeln und versteht auch seine Sprache.”
Anfangs macht das noch Spaß, als Storch mit Störchen reden zu können, aber Frösche und Regenwürmer zu essen und von den Menschen nicht mehr verstanden zu werden, das erschreckt Nureddin dann doch.
Wie der Storchenkalif Nureddin den Weg durch die Wüste findet und von Schakalen, den einsamsten der einsamen Tiere lernt, ein Niemand zu sein, und wie er nach all der Not und Einsamkeit von der zärtlichen Dienerin Suleyka gerettet wird, das erzählt unsere Geschichte, die Wilhelm Hauffs Märchen mit einigen Motiven aus den Märchen aus Tausendundeiner Nacht ergänzt.